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Die Menschen hinter Mopäd

In dieser Interviewreihe lernen wir unterschiedliche Menschen, aus unterschiedlichen Kulturen, unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Berufserfahrung aus der gleichen Firma kennen. 

Mit 34 wollte ich in den Sozialbereich wechseln

Die Menschen hinter Mopäd

Interview Nummer 1

Heute lernen wir Jakob Wittwer kennen. Er arbeitet in der mobilen sozialpädagogischen Familienbetreuung. 

Hier gibt es das ganze Interview zu lesen

Mein Name ist Jakob Wittwer. Ich arbeite in der mobilen Familienbetreuung (SFB) und im Bereich der Einzelwohnbetreuung (EWB). Es ist ziemlich genau 50/50 aufgeteilt. 

Welches Stundenausmaß bist du angestellt und wie sieht dein Tagesablauf aus? 

Ich bin arbeite Vollzeit. Einen Tagesablauf kann ich schwer beschreiben. Für mich ist es eher ein Wochenablauf. Mittwoch und Donnerstag teile ich mir sehr genau ein. Montag, Dienstag und Freitag lasse ich auch ein wenig Platz für spontane Kontakte oder dringende Angelegenheiten. Das flexible Arbeiten liegt mir sehr gut, ich schaffe es, meinen Arbeitsalltag gut zu managen. Man muss jedoch selbst dahinter sein und gut planen können. In der EWB habe ich oft mit Jugendlichen in der Vollen Erziehung zu tun. Es gibt viele Themen, die ich mir mit den Jugendlichen selbst ausmachen muss. Bei der SFB-Begleitung sind meine Terminangebote konkreter und besser planbar. 

Was denken deine Familie und Freunde, was du den ganzen Tag machst? 

Viele von ihnen haben keine genaue Vorstellung, was ich den ganzen Tag mache. Ich versuche in privaten Diskussionen auch die Welt der Jugendlichen einzubringen und Verständnis für ihre Themen und Denkweisen zu schaffen.  

Seit wann bist du im Sozialbereich und warum hast du dich dafür entschieden? 

Seit Mai 2020 arbeite ich bei Mopäd. Ich bin ein Quersteiger. Eigentlich habe ich einmal Politikwissenschaften studiert, dann eine Zeit in der Medienbranche gearbeitet und zuletzt war ich lange im Sportmanagement tätig. Mit 34 wollte ich in den Sozialbereich wechseln. Ohne ein bestimmtes Ziel vor Augen, habe ich von einem privaten Kontakt die Empfehlung Mopäd bekommen. Die freie Arbeit in der mobilen Familienbetreuung und die direkte Arbeit mit Menschen war zwei Gründe für meinen Start bei Mopäd. 

Hast du eine Idee, auf was du dich spezialisieren möchtest oder hast du dich schon für eine Richtung entschieden? 

Eigentlich ist es genau das, dass ich mich nicht spezialisieren muss, was mir richtig gut gefällt. In der EWB kommen so viele verschiedene Themen zusammen. Gemeinsam fragen wir uns “Wo braucht die Person Hilfe”, “Wer kann in diesem Bereich helfen” und “Wie kann ich die Person dabei unterstützen?”. Durch die Vernetzung mit anderen Institutionen kann ich viel für mich in meine Arbeit lernen und in den nächsten Fällen wieder anwenden. Ich denke man muss offen sein, dass man auch Sachen nicht weiß. Für mich war es wichtig, meinen eigenen Weg zu finden und mich selbst immer wieder zu hinterfragen und meine Blickwinkel zu erneuern. 

Welche Erfolge konntest du in der letzten Zeit in deinem Beruf feiern? 

Für mich sind Erfolge, wenn sich Familiensysteme stabilisieren. Natürlich sind kurzfristige Erfolge für mich auch schön. Ich bespreche das mit den KlientInnen und kann das auch genießen. Langfristige Erfolge sind jedoch das, was mich bei meiner Arbeit motiviert, darauf richte ich meinen Fokus. Mein Arbeitsziel ist es, dass die Jugendlichen und die Familien selbständig ihr Leben führen können. 

Wie bist du mit Misserfolgen umgegangen? 

Mit meinen KollegInnen kann ich mich gut austauschen. Es hilft mir über Erfahrungswerte von ihnen zu sprechen und somit daraus zu lernen. Bei der Arbeit mit Menschen kann man nicht einfach ein mechanisches Teil austauschen und dann funktioniert alles wieder.  

Was machst du, um nach einem langen Arbeitstag zu entspannen? 

Ich treffe mich mit Menschen, mit denen ich gerne Zeit verbringen möchte. Meine Familie und meine Partnerin sind mein Rückzugsort. Ich schaffe es gut, aus meiner Rolle als Sozialpädagoge auszusteigen und in mein eigenes Leben zurückzugehen.  

Was ist für dich Abgrenzung und wo beginnt sie? 

Für mich heißt das: Ich bin als Betreuer Teil des Lebens meiner KlientInnen, aber nicht umgekehrt. Ab der Abfahrt vom Arbeitsort, bin ich wieder “der private Jakob”. Ich versuche mich in meiner Arbeit nicht zu wichtig zu nehmen, und auch kleine Erfolge zu sehen. Wenn es gut läuft, dann habe ich kein Problem damit, mich auch wieder zurückzuziehen und der Familie wieder mehr Eigenverantwortung zu geben. 

Hast du einen Traum, den du dir irgendwann ermöglichen willst? 

Mein Traum oder Ziel ist es, eine eigene Familie zu gründen. In der Arbeit will ich das Bestmögliche leisten und erreichen. 

Warum sollte man deiner Meinung nach ein Teil von Mopäd werden? 

Da gibt es für mich ein paar aussagekräftige Gründe. Einerseits sind es der Rückhalt und das Vertrauen der Firma, die mir viel Freiraum in meiner Arbeit geben. Außerdem fühle ich mich bei meinen KollegInnen wohl. Ich profitiere von anderen Denkweisen und Handlungsalternativen, kann aber auch einfach mal locker mit ihnen sprechen. Die Aussage, dass wir alle Einzelkämpfer sind, ist meiner Meinung nach daher ein Blödsinn.