Wenn der Wind die Regeln macht
„Wir können die Windrichtung nicht bestimmen, aber die Segel richtig setzen“ lautete das Motto der Segelwoche in Kroatien, genauer gesagt in Vodice. Drei Boote, 3 Skipper, 6 ehrenamtliche Betreuer und 15 Kinder verbrachten eine sehr eindrucksvolle Zeit.
Für unsere Kinder, die noch nie Österreich verlassen hatten, war die Reise besonders erlebnisreich. Ein junger Mann hatte es sogar geschafft, ein Prüfung zum „Juniorskipper“ erfolgreich abzulegen. Das machte ihn besonders Stolz.
Erlebnispädagogik ist Lernen durch Erleben und Handeln.
Das Segeln und ganz besonders das Hochseesegeln bietet besondere, z.T. extreme Rahmenbedingungen, in denen zielgerichtetes, soziales und motorisches Handeln zwingend zum Erfolg einer Reise notwendig sind.
Beim Segeln können sich die Teilnehmer kaum von der Lebens- und Schicksalsgemeinschaft verabschieden, sich notwendigen Aufgaben verweigern oder sich den Geschehnissen an Bord bzw. den Kräften der Natur entziehen. Die TeilnehmerInnen werden zum aktiven Mitmachen, zum Einhalten von Normen und Regeln sowie zum kooperativen Umgang befähigt. Das Bordleben und die gegenseitige Abhängigkeit schweißen die TeilnehmerInnen zusammen.
Der Segeltörn schafft einen besonderen Erlebnisraum sowie Erkenntnissituationen mit affirmativen Charakter und gibt die Möglichkeit zur Partizipation und Mitgestaltung – vor allem werden eigene Fähigkeiten, aber auch die physischen, psychischen und sozialen Leistungsgrenzen aufgezeigt.
Die erfolgreiche Bewältigung schwieriger Situationen, der mannigfache Erkenntnisgewinn, die Solidarität der Gruppe und die eigene Grenzerfahrung stärken besonders das Selbstvertrauen und bringen Zuversicht:
Segelreisen erweitern den Horizont und festigen den Charakter.
Warum Erlebnispädagogik heute wichtiger ist denn je:
Erlebnispädagogische Maßnahmen werden immer notwendiger, um medialer Reizüberflutung, passivem Konsum, Auflösung von sozialen Strukturen und fehlendem gemeinsamen Erleben entgegenzuwirken. Erlebnispädagogik stellt der Flucht aus dem Alltag bzw. der Passivität von jungen Menschen reale Anforderungen, Lernen über die Sinne und Erlebnistiefe entgegen. Speziell die erlebnispädagogische Maßnahme Segeln hilft bei der Eigenmotivation und Lebenszieldefinition sowie beim sozialem Lernen.
Die Ziele dahinter
| • Testen und Trainieren des Sozialverhaltens und gemeinschaftlicher Konfliktlösungen, Erkennen der Notwendigkeit des Miteinanders → Gruppenfähigkeit |
| • Anerkennung der Bedeutung/Akzeptanz von fachlicher Kompetenz und persönlicher Autorität, Erfahrungen im Beziehungsgeflecht von Jugendlichen und Erwachsenen |
| • Abstand zum sozialen Umfeld, Erkundung eines neuen Lebensraumes, Erweiterung des Horizontes |
| • Förderung der Sozialkompetenz und der kommunikativen Fähigkeiten, Herstellung von Außenkontakten |
| • Auslandserfahrung, Entwicklung von Toleranz |
| • Erlebnis/Abenteuer, Grenzerfahrung, Entdeckung und Förderung von (neuen) eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten > Steigerung des Selbstwertgefühles |
| • Aufgaben/Verantwortung übernehmen, Verlässlichkeit beweisen |
| • Lernzuwachs bei Orientierung, Gefahreneinschätzung, Angstbewältigung |
| • Kennenlernen verschiedener praktischer/ handwerklicher Tätigkeiten |
| • Vermittlung lebenspraktischer Fähigkeiten unter erschwerten Bedingungen |
| • Wahrnehmung von Körperlichkeit/Körperbeherrschung → Technik statt Kraft |
| • aktives (Freizeit-)Verhalten |
| • Steigerung der physischen und psychischen Belastbarkeit, Impulskontrolle |
| • Selbststrukturierung, Verselbständigung |
| • Urlaub, Spaß und Lebensfreude → Motivationshilfe für weitere Begleitung |
Fazit
Die „Kids On Board“-Flotte schafft mit einer gemeinsamen Segelwoche ideale Bedingungen, um soziale Integration und pädagogische Weiterentwicklung konkret, effizient und mit nachhaltiger Wirkung umzusetzen. Kein Konzept am Papier – sondern eine Woche, in der jede:r gebraucht wird und das auch spürt.
Kontakt:
Unsere Ansprechpartner für dieses Projekt finden Sie auf der folgenden Seite:












